Eine nachhaltige Routine im Alltag aufbauen

Diese 3 Fragen helfen dir dabei

Du hast immer mal wieder mit einer tollen Gewohnheit wie Meditation, Sport, Yoga oder Journaling angefangen, aber schaffst es irgendwie nicht, kontinuierlich dranzubleiben?
Du hast überall gelesen, dass du diese Gewohnheit unbedingt zu einer bestimmten Tageszeit machen solltest (meistens morgens), aber so richtig passt das eigentlich nicht für dich?
Du weißt, warum eine Routine gut ist, aber kommst dabei immer wieder ins Stolpern und statt Motivation hast du vielmehr ein schlechtes Gewissen?

Puh… mir ging es auch lange Zeit so!

Wir finden überall Anleitungen und Inspiration zum Thema Gewohnheiten und Routinen, und doch scheitern wir bei der Umsetzung.

Statt daher in diesem Blogartikel weitere Tipps mit dir zu teilen, möchte ich dir lieber Fragen mitgeben, die mir geholfen haben und die ganz sicher auch dich unterstützen, die Antwort darauf zu finden, wie du dir deine Routine so gestaltest, dass sie wirklich zu dir und deinen Lebensumständen passt.

3 Impulse, um dir gute Gewohnheiten langfristig anzueignen

1. Was möchtest und brauchst du – du?

Wenn es um Gewohnheiten und Routinen geht, schauen wir oft, was andere so machen. Es gibt zahlreiche Beispiele, Meinungen und Anleitungen, wie man es “richtig” anstellt. Zugegeben, hat mich das häufig unter Druck gesetzt und mir ein schlechtes Gewissen gemacht. Ich dachte, ich hätte nicht genug Motivation und wäre faul. Der Grund dafür war allerdings meistens, dass ich die Vorschläge einfach übernommen hatte, ohne sie für mich persönlich zu hinterfragen und zu adaptieren. Mir hat es an Klarheit gefehlt.

Wir können Inspiration und Input einholen, aber wie wir unsere Routine gestalten, liegt in unserer Hand. Nur wir selbst können uns die Antwort darauf geben, warum wir diese Gewohnheiten eigentlich wollen und was für uns am besten funktioniert.

Denn bei Gewohnheiten geht es vor allem darum, wer wir sein und wie wir insgesamt leben möchten. Eine gute Routine orientiert sich an unserer Zukunft und passt gleichzeitig in unsere Gegenwart. Sie hilft uns, in unser zukünftiges Ich hineinzuwachsen.

Lass daher all die Meinungen los, die du bisher über Routinen und Gewohnheiten gehört hast und frag dich, was du – du – wirklich brauchst und dann probiere, tüftle, verändere, integriere und verfeinere.

Impuls für dich:

Schnapp dir Zettel und Stift und notiere dir zu folgenden Punkten deine Gedanken, um dir die Intention und den Rahmen deiner Routine bewusst zu machen:

  • gewünschter Zustand
  • notwendige Veränderung
  • Möglichkeiten und Lösungen
  • aktuelle Bedingungen
  • Häufigkeit
  • Inhalt und ungefährer Umfang
  • Tageszeit und Ort

Persönliches Beispiel:

Von vielen Seiten habe ich gehört, dass man sich morgens in sein Journal schreiben solle, wofür man dankbar ist. Für mich hatte das nie den gewünschten Effekt. Ganz im Gegenteil, oft hatte ich gar keine Motivation, überhaupt mein Notizbuch zu öffnen. Viel lieber schreibe ich nämlich abends im Bett auf, was mich am Tag glücklich gemacht hat. Was mir dabei außerdem aufgefallen ist: Wenn ich daran denke, wofür ich in den letzten 24 Stunden dankbar bin, schreibe ich oft nicht nur oberflächliche, sondern ganz konkrete Momente auf.
Ähnlich ist es übrigens beim Sport: Ich mag es nicht, am Morgen Sport zu machen. Zum einen, weil mein Kreislauf dafür noch gar nicht bereit ist, und zum anderen, weil es mir meistens schon in den Fingern kribbelt und ich mich an meine Arbeit setzen möchte. Ich liebe es hingegen, nach dem Feierabend Sport zu machen, denn so kann ich u.a. im Home Office eine gute Grenze zwischen Beruflichem und Privatem ziehen und den Kopf frei bekommen.

2. Was ist  wirklich realistisch?

Ich kenne das so so so gut: Wenn ich mir eine neue Gewohnheit aneignen möchte, male ich mir das perfekte Bild davon aus und habe dann schnell den innerlichen Druck, mein komplettes Leben dafür umkrempeln zu müssen. So überfordern wir uns allerdings nur selbst, verlieren schnell die Motivation, haben keine Erfolgserlebnisse und können die neue Routine langfristig nicht durchhalten.

Diese Überforderung hängt meistens mit der Häufigkeit (z.B. Anzahl pro Woche) und dem Umfang (z.B. Stunden) zusammen. Dabei geht es bei guten Routinen statt um die Quantität vielmehr um die Qualität.

Eine der wichtigsten Fragen ist daher: Was ist für dich wirklich realistisch?

Ich fange lieber klein an und je leichter mir die neue Gewohnheit fällt, desto mehr kann ich sie ausbauen.

Impuls für dich:

Lies dir noch einmal deine Antworten der ersten Frage durch und frage dich ganz bewusst, ehrlich und liebevoll, was aktuell wirklich für dich machbar ist. Was ist der kleinste Schritt, den du gerade umsetzen kannst? Manchmal ist der kleinste Schritt der größte, den du machen kannst und das ist total okay!

Persönliches Beispiel:

Als ich mit dem Journaling angefangen habe, war es mir wichtig, täglich etwas aufzuschreiben, um daraus eine Normalität für mich zu entwickeln. An manchen Tagen habe ich nur einen Satz oder nur ein Wort aufgeschrieben – aber ich habe es gemacht und hatte dadurch ein Erfolgserlebnis!

3. Routinen aufbauen – Wie kannst du es dir so leicht wie möglich machen?

Einer der wichtigsten und gleichzeitig wohl schwierigsten Faktoren bei einer Routine (und allgemein im Leben) ist die Regelmäßigkeit.

Wenn wir uns gesund ernähren wollen, reicht es nicht aus, wenn wir nur eine gesunde Mahlzeit essen. Wenn wir eine Sprache oder ein Instrument lernen wollen, müssen wir üben, üben und noch mehr üben. Wenn wir uns eine kraftvolle Journaling Routine gestalten und tatsächlich leben wollen, reicht es nicht aus, wenn wir einmal im Vierteljahr ein paar Seiten in unser Notizbuch schreiben.

Die Krux dabei ist: Unser Gehirn denkt lieber kurz- als langfristig und gibt deswegen leider oft den falschen Aufgaben eine höhere Priorität. Es entscheidet sich für den schnellen Glücksmoment (zum Beispiel Netflix oder Schokolade) statt für den nachhaltigen Erfolg.

Lass “Wenn…, dann…”-Gedanken los und überlege dir, wie du es dir schon jetzt, in der Gegenwart, schön und leicht machen kannst. So schaffst du dir einen guten Rahmen dafür, nicht ständig innerlich diskutieren und kämpfen zu müssen, wenn es darum geht, gleich Sport zu machen / zu meditieren / zu schreiben / ….

Was mir hier ganz wichtig ist: Gewohnheiten so passend wie möglich zu gestalten, bedeutet nicht, dass du dich dabei jedes Mal so fühlst, als würdest du über eine bunte Blumenwiese hüpfen. Manchmal wird es unbequem und natürlich braucht es weiterhin Konsequenz und Willenskraft.

Impuls für dich:

Sammle kleine Tricks und Belohnungen, die du für dich anwenden kannst. Manchmal kommt außerdem das Leben dazwischen und wir können der Regelmäßigkeit doch nicht ganz treu bleiben (zum Beispiel durch Urlaub oder Krankheit). Bereite dich auch darauf vor, indem du dich fragst: Wie kannst du dir ggf. helfen, wieder in deine Regelmäßigkeit zurückzufinden?

Persönliches Beispiel:

Mein Journal hat einen festen Platz in meiner Wohnung und außerdem ist immer ein Stift darin. So muss ich nicht erst danach suchen, was dazu führen könnte, dass ich vielleicht die Lust verliere.
Mittlerweile gestalte ich meine Journaling Routine viel nach Gefühl, weil ich ein gutes Bewusstsein dafür entwickelt habe, wann und wie ich es brauche. Ich schreibe zum Beispiel nicht mehr täglich, aber eben regelmäßig. Dabei achte ich sehr auf meine innere Stimme, denn ich weiß: Wenn ich es am wenigsten möchte, habe ich es am meisten nötig.
Ich reflektiere außerdem regelmäßig, um beispielsweise zu sehen, an welchen Stellen ich immer wieder ins Stolpern komme, aber auch, um Fortschritte zu sehen und kleine Erfolge wahrnehmen und feiern zu können.

Der nächste Schritt: Leg los!

Die Gestaltung deiner Routine hört mit dem Beantworten dieser Fragen nicht auf – tatsächlich fängt sie jetzt gerade erst an…

Ich empfehle dir, noch heute etwas für deine Routine umzusetzen. Das kann sein, dass du den ersten kleinen Schritt machst oder dir etwas vorbereitest. Die Hauptsache ist, dass du das, was du jetzt auf dem Papier stehen hast, auch wirklich in deine Realität bringst, denn du weißt ja:

Du bist der Autor deines Lebens – auf dem Papier und in der Realität!

Mit dem Herzen geschrieben,

Vanessa

Hey, ich bin Vanessa. Als Schreib-Mentorin und Texterin begleite ich andere dabei, ihre Gedanken, Gefühle und Geschichten in Worte zu fassen. Dabei gebe ich selbst mein Herz in jede Zeile...
Über Vanessa

Die wichtigsten Fragen können wir nicht bei Google suchen.
Ihre Antworten finden wir in uns.

Vanessa Beyer

Als Schreib-Mentorin und Texterin begleite ich dich dabei
mit kraftvollem Journaling, persönlichem Austausch und individueller Inspiration.
Du kannst zwischen einer einzelnen, impulsgebenden Session oder dem begleitenden, transformierenden Mentoring wählen.

Bist du bereit für eine Veränderung - auf dem Papier und in der Realität?

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