Angst vor dem leeren Blatt

Was sie Dir sagen will

Kennst du sie auch, diese Angst vor dem leeren Blatt?

Mir begegnet diese Angst beim Schreiben sehr oft. Dabei geht es gar nicht so sehr um meine Erwartungen oder die Meinungen anderer. Vielmehr habe ich Angst vor dem, was ich beim Schreiben bewusst höre: mein Herz.

Es ist mein Herz, das mich ehrlich und liebevoll in die richtige Richtung lenken möchte. Du kannst das Herz auch mit deiner inneren Stimme, deiner inneren Wahrheit, deiner Intuition oder mit deiner besten Freundin gleichsetzen, die zu dir sagt: “Ich weiß, dass du das jetzt nicht hören möchtest, aber…!”

Ähnlich wie unser anatomisches Herz, ist dieses Herz immer da, auch wenn wir es vielleicht nicht immer bewusst wahrnehmen. Beim Schreiben verstummt dann jedoch mal der ganze Trubel und der Lärm von außen. Alles um uns herum wird still und wir können unser Herz wieder hören.

Was hat dein Herz dir zu sagen?

In diesem Blogartikel mag ich gerne mit dir teilen, welche typischen Ängste uns beim Schreiben begegnen und wie du mit ihnen umgehen kannst.

3 Gründe, warum du beim Schreiben Angst vor dem leeren Blatt hast

Angst 1: Dein Herz triggert unangenehme Gefühle

Wenn du dir die Zeit, Ruhe und Aufmerksamkeit gibst, um mit dir selbst ins Gespräch zu gehen, wirst du merken: Nicht selten sagt dein Herz etwas, das dich traurig, wütend, einsam, hilf- oder sogar hoffnungsslos macht. Das ist verdammt unbequem und tut weh. – Und genau davor haben wir Angst, wenn wir schreiben wollen.

Doch dein Herz ist immer ehrlich zu dir. Es erzählt dir aufrichtig von deinen Ängsten, Bedürfnissen und Wünschen. Beim Schhreiben nimmst du deine Gedanken und Gefühle mal wieder bewusst wahr, satt sie einfach nur zu verdrängen oder zu ignorieren.

Nimm das dankend an! Denn auch wenn es manchmal echt weh tut, wenn unser Herz ehrlich zu uns ist, so fordert es uns auch heraus, dass wir uns unserer Wahrheit stellen. Es fragt uns: Möchtest du das? Möchtest du das wirklich?
 

Persönliches Beispiel:

Ich kann mich noch so gut daran erinnern, wie ich einem potentiellen Kunden nach zwei Kennlerngesprächen eine freundliche Absage schrieb – und wieder löschte!
Ich hatte bei beiden Treffen ein mulmiges Gefühl. So meinte mein Gegenüber beispielsweise, ich solle dankbar sein, dass er meine Preise nicht verhandle, denn das sei in der Unternehmenswelt schließlich üblich. Hm…
Während ich die E-Mail schrieb, wurde ich immer wütender und wollte die Wahrheit sprechen. Also löschte ich die ersten Zeilen und schrieb mit meinem Herzen, u.a.: Da du meintest, dass dir meine Art und Arbeit gefallen, möchte ich bei unserer Zusammenarbeit auch genau das sein und bleiben: ich. Ich bleibe mir, meinen Workflow und meinen Konditionen treu.

Angst 2: Dein Herz ermutigt dich

Sicher ist dir dein Herz auch schon begegnet, wenn du in dein Journal geschrieben oder Texte für deine Selbstständigkeit formuliert hast.

Bei einer E-Mail hakt es nach, ob du das wirklich möchtest. Wenn du ein Angebot erstellst, ist es dein Herz, das dich ermuntert, den höheren Preis hinzuschreiben, weil es weiß, dass es das Richtige ist. In Blogartikeln kitzelt es deine eigene Meinung hervor. Und beim Schreiben deiner Social Media-Posts gibt es dir einen liebevollen Schubs, damit du deine Botschaft mit der Welt teilst.

Auch wenn dir das im ersten Moment Angst macht, schenkt dein Herz dir Klarheit, Stabilität, Leichtigkeit, Kraft, Freiheit, Vertrauen, Selbstbewusstsein und Zufriedenheit.

Das erfordert unglaublich viel Mut, ich weiß. Denn du gehst über Gedanken wie “Ich bin nicht gut genug.” oder “Was werden die anderen über mich denken?” hinaus. So machst du dich verletzlich, aber vor allem öffnest du dich so auch für die Verbindung zu den richtigen Menschen.

Persönliches Beispiel:

Lange haderte ich mit meiner leisen Art. Es dauerte einige Zeit, bis ich meine Sensibilität als eine meiner Superkräfte anerkannte und wertschätzte. Darüber schrieb ich auch in einem Social Media-Post. Mit diesen Worten heilte ich einen großen Teil meiner Seele und gab anderen Mut, ihre vermeintlichen Schwächen auch lieb zu gewinnen:

“Ich mag Deine leise und sensible Art! Ein schöner Kontrast in der brüllend lauten Online-Welt!” – Oh, wie mein Herz vor Freude umhergehüpft ist, als ich diese Zeilen in meinem Posteingang las. Denn ja: Das bin ich und meine Sensibilität ist ein Geschenk – auch in der Selbstständigkeit!

Wer mich kennt, weiß, dass ich leise bin, viel nachdenke und mir immer alles zu Herzen nehme. – Ich bin sensibel. Mit dieser Eigenschaft hatte ich lange Zeit zu hadern. Denn oft wurde mir gesagt, ich solle lauter sein und mehr aus mir herausgehen. So sehr ich es auch versucht habe: Diese Person war einfach nicht ich.

Wenn meine Kunden zu mir sagen, dass sie nicht möchten, dass ihre Texte aufdringlich sind, weiß ich genau, was sie meinen. Und genauso gebe ich Aufträge ab, bei denen ich das Gefühl habe, dass ich die laute und grobe Art nicht umsetzen kann.

Denn nach vielen Tränen und Selbstzweifeln und noch mehr Lächeln und Erkenntnissen, sehe ich meine Sensibilität mittlerweile als einen wundervollen Wert an – privat und auch beruflich. Seit ich mich selber so akzeptiert habe, wie ich bin und mich auch so zeige, fühle ich mich freier und treffe auf Menschen, die genau das an mir mögen und schätzen.

Welche deiner Eigenschaften siehst du noch als Schwäche an, obwohl du tief in dir weißt, dass sie deine heimliche Superkraft ist?

Angst 3: Dein Herz macht dich lebendig

Oft verstecken wir uns hinter den Worten anderer, wenn wir ihre Blogartikel, Posts, Newsletter, Vorträge, Podcastfolgen, InstaStories konsumieren. Mit jedem weiteren Lesen oder Hören eines anderen, schieben wir es vor uns her, unsere eigene Botschaft, die in uns ist, wahrzunehmen.

Verstärkt wird diese Angst bei einigen durch negative Erfahrungen, wenn sie ihre eigene Wahrheit geteilt haben, die dazu geführt haben, dass sie eine Maske tragen oder still geworden sind. Das kann beispielsweise durch Abweisung, Verluste, Missverständnisse, unangenehme Situationen oder Mobbing gekommen sein.

Wenn wir unsere Gedanken aufs Papier bringen und unsere Gefühle in Worte fassen, dann machen wir uns selbst wieder sichtbar und lebendig. Herzschlag für Herzschlag, Wort für Wort.

Persönliches Beispiel:

Nachdem ich Anfang 2017 schon einige Texte für meine Kunden geschrieben hatte, brannte mein herz darauf, dass ich meine eigene Meinung mir der Welt teile. So entstand mein Newsletter Liebe Seele… (damals Liebe kreative Seele…). Jeden Sonntag erzähle ich in den digitalen Briefen von meinen Erlebnisse, Erfahrungen, Emotionen und Erkenntnissen. Mittlerweile ist Liebe Seele… ein wahres Herzensprojekt, beruflich und persönlich. Denn das Schreiben des Newsletters ist ein festes Ritual geworden, das mich unterstützt, ein bestimmtes Ereignis aus der Woche zu reflektieren.
Übrigens: Jede Nachricht von Liebe Seele… endet mit der Zeile “Mit dem Herzen geschrieben, Vanessa”.

Mit dem Herzen geschrieben,

Vanessa

Hey, ich bin Vanessa. Als Schreib-Mentorin und Texterin begleite ich andere dabei, ihre Gedanken, Gefühle und Geschichten in Worte zu fassen. Dabei gebe ich selbst mein Herz in jede Zeile...
Über Vanessa

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Vanessa Beyer

Als Schreib-Mentorin und Texterin begleite ich dich dabei
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